Jahresplan 2023

Antrag zum 5. Bundeskongress der Jungen Linken am 06. und 07. Jänner 2023 in Linz.
Antragsteller:innen: Marina Andreu y Casadesus, Teresa Griesebner, Jakob Hundsbichler, Tobias Kohlberger, Julia Prassl, Alisa Vengerova

Wir setzen mit dem Leitantrag drei Leitsterne für unsere politische Praxis: Masse, Klasse, Solidarität. Für unseren Jahresplan 2023 bedeutet das konkret, dass wir unsere Aktivitäten darauf ausrichten, möglichst viele Menschen zu erreichen und die Erfahrung kollektiver Stärke möglich zu machen. Junge Linke soll zu einem Ankerpunkt für junge Menschen an allen Orten werden, in denen wir aktiv sind – und darüber hinaus. Daher richten wir dieses Jahr sämtliche Bereiche der Organisation darauf aus, die Arbeit in Bezirksgruppen zu fördern und stellen zusätzliches Budget und Ressourcen für lokale Arbeit zur Verfügung. Mit der Lehrwerkstatt wollen wir politische Theorie für möglichst viele Menschen zugänglich machen und auch unsere eigene Analysefähigkeit schärfen. Und wir entwickeln unsere eigenen Strukturen weiter, optimieren Prozesse und schaffen auch hinter dem Vorgang die Möglichkeit für Weiterentwicklung und Wachstum.

Kommunikation

Um viele junge Menschen dafür zu begeistern, mit uns für eine bessere Welt zu kämpfen, müssen wir mit unseren Kampagnen, Aktionstagen und auf Social Media mit vielen Leuten ins Gespräch und ins Tun kommen. So eröffnen wir die Möglichkeit, dass jede:r selbst verstehen kann, warum die Gesellschaft aktuell so ungerecht ist und schaffen die Erfahrung, dass Veränderung möglich ist, wenn wir gemeinsam dafür kämpfen.

  • Aktionstage
    Wir reduzieren die Anzahl der Aktionstage und setzen gleichzeitig den Fokus auf größere Kampagnen zu den einzelnen Aktionstagen – Weltfrauentag, Tag der Arbeit und Tag gegen Gewalt an Frauen. Sollte eine Bezirksgruppe allerdings zu einem der anderen Aktionstage, die hier nicht dabei sind, Aktionen planen wollen, ist das natürlich möglich. Für alle Aktionstage, die wir bisher bespielt haben, aber dieses Jahr nicht bundesweit planen werden, wird Anfang des Jahres ein Aktionspaket zur Verfügung gestellt. So kann sich jede Bezirksgruppe je nach Präferenz und Ressourcen aussuchen, welchen Aktionstag sie lokal umsetzen will.
    • Weltfrauentag: Wanderausstellung zur Geschichte der Frauenbewegung mit begleitender Kampagne
    • Tag der Arbeit: Feste und Demonstrationen in allen lokalen Gruppen 
    • Tag gegen Gewalt an Frauen: Kampagne gegen Gewalt an Frauen
  • Kampagnen
    Mit unseren Kampagnen wollen wir 2023 gesellschaftliche Konflikte aufgreifen und für konkrete Anliegen kämpfen, die viele junge Menschen betreffen. So schaffen wir einen Anknüpfungspunkt für viele, die sonst vielleicht gar nicht zu Junge Linke gefunden hätten. Vor allem machen wir gemeinsam die Erfahrung, dass wir Großes erreichen können, wenn wir viele sind.
    • Mietenstoppkampagne gemeinsam mit der KPÖ 
      Die Kategoriemieten sind 2022 insgesamt drei Mal (!) erhöht worden. Die meisten Menschen geben jetzt schon einen Großteil ihres Einkommens für die Miete aus – jetzt wird Wohnen unleistbar. Gemeinsam mit der KPÖ setzen wir uns für einen Mietenstopp für alle Wohnungen ein. Keine Mieterhöhung bis 2026.
    • Frühjahrskampagne
      Im Frühjahr werden wir gemeinsam mit einer großen Kampagne für mehrere Wochen auf die Straße gehen. Den Schwerpunkt arbeiten wir aktuell aus. 
    • Aufbau eines Solidaritätsnetzwerks
      Wir wollen Solidarität leben und nicht bloß verkünden. Deshalb wollen wir ein allgemeines Solidaritätsnetzwerk aufbauen und so auch junge Menschen erreichen, die nicht bei uns aktiv sind. Der Start soll nach einer intensiven Planungsphase und viel Austausch mit erfolgreichen Projekten aus anderen Ländern im Herbst sein. 
  • Innovative Aktionen, die Probleme vor Ort ansprechen
    Wir gewinnen bei jeder Aktion, bei jedem Projekt in einer Bezirksgruppe, das motiviert, neue Leute erreicht oder ein politisches Problem vor Ort adressiert. Die Mönchsberggaragenparty in Salzburg oder die Kleiderkreisel in Liezen und St. Pölten sind perfekte Beispiele dafür. Darauf wollen wir 2023 einen Fokus setzen. Dabei ist auch weniger mehr: Es ist sinnvoller, wenn wir eine Aktion machen, die nach außen geht, statt fünf Gruppentreffen.
  • Stärkung lokaler Öffentlichkeitsarbeit und eine Schulung zu Öffentlichkeitsarbeit
    Durch die Stärkung lokaler Öffentlichkeitsarbeit wollen wir viele Steine aus dem Weg räumen, die uns aktuell Kampagnen in Bezirksgruppen erschweren: Ob Events erfolgreich bewerben, Flyer erstellen oder eine Social Media-Kampagne planen – wir geben Fähigkeiten weiter und haben so mehr Möglichkeiten, mit lokalen Projekten nach Außen zu gehen.
  • Social Media
    Wir wollen unsere Präsenz auf TikTok verstärken und unsere Position als größte politische Jugendorganisation hier ausbauen und durch neue Formate noch mehr Menschen erreichen. Durch die Ausbildung von mehr Leuten mit Grafik- und Videoskills wollen wir auch den Bundesländeraccounts auf Instagram einen ordentlichen Boost geben. 
  • Hot Take
    Im kommenden Jahr wollen wir den Hot Take weiterentwickeln, das Videoformat weiter ausbauen und unsere politischen Analysen so an noch mehr Menschen bringen.
  • Podcast
    Unseren Podcast Kein Katzenjammer wollen wir laufend weiterentwickeln und unserem Theoriepodcast Linke Theorie wieder neues Leben einhauchen. 
  • Beteiligung an der Landtagswahl in Salzburg
    Im April wird in Salzburg ein neuer Landtag gewählt. Wir unterstützen die KPÖ beim Wahlkampf und sammeln dabei wertvolle Erfahrungen in der konkreten politischen Arbeit.
  • 5 Jahre Junge Linke Feier und Buch
    Im Juni wird Junge Linke fünf Jahre alt. Das wollen wir mit einer großen Party gemeinsam feiern und bringen dafür auch ein Buch zu unseren ersten fünf Jahren heraus.

Lernnetz und Organisierung von Schüler:innen

Der Aufbau von Lernnetz-Cafés in Linz hat uns im letzten Jahr gezeigt, welches Potenzial dahinter steckt, solidarische Orte für Schüler:innen auszumachen, an denen man lernen kann, Freizeit verbringen und auf niederschwellige Art und Weise mit Politik in Kontakt kommen. 2023 wollen wir den Fokus beim Lernnetz stärker Richtung Ausbau der Lernnetz-Cafés legen.

Je mehr Schüler:innen bei uns aktiv werden, desto stärker merken wir, dass in Bezirksgruppen verschiedene Bedürfnisse und Lebensrealitäten aufeinander treffen. Ein Schüler mit 15 Jahren aus St. Veit an der Glan hat andere Bedürfnisse als die junge Programmiererin aus Wien, die erste Schritte ins Arbeitsleben macht. Daher wollen wir 2023 gezielt Angebote für Schüler:innen bei Junge Linke zu entwickeln. Das heißt, wir starten erste eigene Schüler:innengruppen, organisieren ein Sommercamp für Schüler:innen und experimentieren mit neuen Formaten der politischen Praxis.

  • Neuaufstellung des Geschäftsbereichs Lernnetz
    Das Lernnetz ist ein großes Erfolgsprojekt von Junge Linke, gleichzeitig stellt es uns intern vor Herausforderungen: Geschäftsbereich und lokale Cafés sind aktuell getrennt und die Vermittlung von Online-Nachhilfe passiert bundesweit aktuell nicht ausreichend. Deshalb wollen wir Lernnetz-Cafés, Online-Nachhilfe und unsere bisherige Arbeitsweise evaluieren, neue Ziele setzen und den Geschäftsbereich neu aufstellen.
  • Ausbau der Lernnetz Cafés
    Neben dem Lernnetz-Café in Linz bauen wir neue Lernnetz Cafés in Graz und Salzburg auf und schaffen eine zentrale Struktur für die Planung und Kommunikation, um den Austausch zwischen den einzelnen Lernnetz-Cafés zu ermöglichen. 
  • Strukturen für Schüler:innen 
    An Orten, an denen bei Junge Linke bereits viele Schüler:innen aktiv sind, bauen wir erste Schüler:innengruppen auf und experimentieren hier mit neuen Formen der politischen Praxis. Daran anschließend organisieren wir im Sommer ein Sommercamp für Schüler:innen und machen zum Schulstart eine große Umfrage, um zu erfahren, welche Themen Schüler:innen aktuell bewegen und daran anschließend unsere Strategie für Schüler:innenorganisierung weiterzuentwickeln.
    • Schüler:innengruppen in Linz, St. Pölten und Salzburg
    • Sommercamp für Schüler:innen
    • Große Schüler:innenumfrage unter 10.000 Schüler:innen

Lehrwerkstatt

Mit unserer Bildungsarbeit wollen wir nicht nur zu den klügsten Köpfen der Linken werden, sondern Theorie für möglichst viele zugänglich machen. Wir möchten jungen Menschen eine Sprache geben, um Gesellschaft zu begreifen und eigene Erfahrungen einzuordnen und zu verstehen. 

Die Bildungsarbeit von Junge Linke soll uns das Werkzeug in die Hand geben, gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen und wird 2023 daher stark mit unserer politischen Praxis, unseren Kampagnen und unserer Arbeit vor Ort verbunden sein. Auch die Unterstützung lokaler Bildungsarbeit in Bezirksgruppen und Landesorganisationen soll im kommenden Jahr ein Schwerpunkt werden.  

  • Hot Topic
    Jeden Monat gibt es mit dem Hot Topic den Ort, wo wir gemeinsam mit anderen jungen Leuten über die brennendsten Fragen unserer Zeit diskutieren können. Hier werfen wir einen gemeinsamen Blick hinter die Schlagzeilen und bringen politische Theorie und aktuelle politische Ereignisse zusammen. Langfristig ist Hot Topic der Ort, wo wir unsere politische Analyse entwickeln und lernen, Theorie auf konkrete aktuelle Themen anzuwenden und daraus Handlungsoptionen abzuleiten.
  • Unterstützung von lokalen Bildungsveranstaltungen
    Ob Workshops, Diskussionen oder Lesekreise – gemeinsam entwickeln wir neue Formate für Bildungsarbeit, die in Bezirksgruppen vor Ort stattfindet und unterstützen lokale Gruppen bei der Planung von Bildungsveranstaltungen.
  • Buchtour zu Antirassismus
    Im Februar organisieren wir gemeinsam mit der KPÖ und dem Kommunistischen Studierendenverband eine Buchtour zum neuen Buch von Eleonora Mendevil und Bafta Sarbo, “Diversität der Ausbeutung”, und setzen uns im Zuge dessen damit auseinander, wie Klasse und Rassismus zusammenhängen.
  • Basics Marxismus
    Linke Theorie kann manchmal überfordernd sein. Mit den Grundlagenworkshops holen wir die großen Themen des Marxismus einfach und niederschwellig in alle Bezirksgruppen. 
  • Theorieseminare für Frauen
    Von klein auf wird Frauen von der Gesellschaft vermittelt, die Auseinandersetzung mit komplexen Inhalten sei “Männersache” und nicht für sie gemacht. Wir sagen, das ist falsch und zeigen vor, wie es anders geht! Denn Politik und Theoriearbeit ist auch Frauensache!
  • Summer School
    Im Sommer geht die Summer School in die 4. Runde. Dieses Jahr wollen wir das Angebot erweitern und bieten neben den rein inhaltlichen Veranstaltungen auch mehr praktische Veranstaltungen wie das Skatewochenende an.
  • Sommerwerkstatt
    Sommer, Sonne, Sommerwerkstatt heißt es auch dieses Jahr wieder, wenn wir gemeinsam in den Süden fahren, um fünf Tage lang über die großen politischen Fragen zu diskutieren, im Meer schwimmen und lange Parties miteinander feiern. 

Organisationsentwicklung

Damit unser Verband reibungslos funktioniert, gibt es viele Prozesse, die die ganze Zeit im Hintergrund laufen. Damit wir uns noch stärker auf unser Wachstum konzentrieren können, brauchen wir starke Verbandsstrukturen und eine ständige Weiterentwicklung der Organisation im Großen wie im Kleinen. Dafür haben wir den Geschäftsbereich Organisationsentwicklung.

Mit der Schaffung des Organisationssekretariats haben wir im vergangenen Jahr schon dafür gesorgt, dass unsere vereinsinternen Prozesse konstant verbessert werden. Mit der Entwicklung von Führungskräften sorgen wir dafür, dass der wachsende Verband immer genug Personen in Verantwortungspositionen hat, die die notwendigen Fähigkeiten für die aktuellen Herausforderungen mitbringen. Mit der Erhöhung unserer Finanzierung schaffen wir die Grundlage, dass wir unsere Aktivitäten überhaupt umsetzen können. Diese Bereiche sind also Grundlage für fast alles weitere im Verband und auf die Optimierung in diesen Bereichen werden wir deshalb im folgenden Jahr auch einen Fokus legen. 

Organisationssekretariat

  • Aufbau einer zentralen Schnittstelle für alle verbandsinternen Angelegenheiten
  • Umstellung unserer Daten, Mitglieder, Newsletter und Website auf eine zentrale Datenbank mit der Möglichkeit der Entwicklung einer App
  • Einrichtung eines Webshops mit Online-Zahlungsmöglichkeit
  • Einrichtung der Online-Mitgliedschaft

Führungskräfteentwicklung

  • Führungskräfteklausur
  • Stärkung des Austauschs
  • Mentoring-Programm
  • Schulungen für Geschäftsbereiche und Funktionsträger:innen
  • Handbuch für Bezirksgruppen
  • Lehrgang für Bezirksgruppenvorstände
  • Umsetzung der Frauenförderungsstrategie bundesweit und vor Ort

Finanzierung

  • Digitale Abrechnung
  • Ansuchen um öffentliche Förderungen
  • Digitalisierung der Buchhaltung
  • Teilnahmebeiträge per Lastschrift
  • Quartalsmäßige Prüfung der Einsparungs- und Einnahmensteigerungspotentiale
  • Fördermitgliedschaftswoche zur Verdreifachung der Fördermitgliedschaften
  • Rechenschaftsbericht an alle Fördermitglieder