Wende im Krieg: Russland schwächen statt Ukraine verteidigen

Seit über zwei Monaten herrscht in der Ukraine Krieg. Nun scheint “der Westen” einen Paradigmenwechsel zu vollziehen: Allen voran die NATO-Staaten belieferten die Ukraine bisher mit Waffen, in erster Linie zur Verteidigung dienen sollten. Nun zeigen die neuesten Beschlüsse aus unter anderen den USA und Deutschland eine Trendwende: Die deutsche Regierung beschloss vergangene Woche nach langen Diskussion, schwere Rüstung in die Ukraine zu schicken. Kurz darauf kündigten die USA kündigten an, 33 Milliarden Dollar in die Ukraine zu schicken, die Hälfte davon für militärische Ausrüstung. Von reiner Hilfe zur Verteidigung kann hierbei keine Rede mehr sein.

Westen möchte Russland schwächen

Da die ukrainischen Streitkräfte den Angriff auf Kiew abwehren konnten, während die Russlands bisher alles andere als eine gute Figur machten, sieht der Westen nun die Chance, Russland nachhaltig zu schwächen und von Weltmacht zur Regionalmacht zu degradieren. Der ukrainische Präsident Selenskyj hat bereits betont, sich auch die Krim sowie die beiden abtrünnigen Gebiete im Donezbecken zurückholen zu wollen. Die Ukraine ist in diesem Vorhaben jedoch vollends von der Unterstützung der NATO abhängig und daher erpressbar. 

Nächste Eskalationsstufe droht 

Letztendlich liegt es also stark an Washington, zu entscheiden, wie lange das Sterben und die Zerstörung noch weitergehen sollen. US-Außenminister Austin, Ex-Vorstand eines Waffenherstellers, meint, Russland habe bereits viele militärische Fähigkeiten eingebüßt und sagte “Wir wollen, dass Russland so weit geschwächt wird, dass es zu so etwas wie dem Einmarsch in die Ukraine nicht mehr in der Lage ist”. Die Gefahr hunderttausender weiterer toter Zivilist:innen oder gar eine Steigerung der Eskalationsstufe zu einem möglichen nuklearen Konflikt nimmt man dabei offenbar in Kauf. 

📰 Der Spiegel berichtet über den Besuch von Austin in der Ukraine.

📰 Jungle World schreibt über mögliche Optionen, wie es nun weitergeht.

📰 Das Jacobin Magazin erklärt, warum der “westliche” Imperialismus nicht besser ist als der Russlands.